Rehasport Köln
Mehr Lebensqualität durch Kräftigung, Schmerzreduktion und Stabilität

Skoliose im Rehasport – gezielte Übungen bei Wirbelsäulenverkrümmung

Was ist Skoliose?

Skoliose beschreibt eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die häufig bereits im Jugendalter beginnt, sich aber auch im Erwachsenenalter bemerkbar machen kann. Die Wirbelsäule ist dabei nicht nur zur Seite geneigt, sondern häufig zusätzlich rotiert. Diese Veränderung führt dazu, dass Muskeln einseitig belastet werden, Spannungen entstehen und die Statik des Körpers aus dem Gleichgewicht gerät.
Je nach Ausprägung kann Skoliose kaum Beschwerden verursachen oder zu deutlichen Einschränkungen im Alltag führen. Besonders häufig berichten Betroffene aus den zuvor vergangenen Behandlungen über einseitige Rückenschmerzen, Verspannungen oder schnelle Ermüdung bei längerem Sitzen oder Stehen.


Welche Beschwerden entstehen bei Skoliose?

Durch die ungleichmäßige Belastung der Wirbelsäule entstehen muskuläre Dysbalancen. Eine Seite arbeitet dauerhaft mehr als die andere. Das kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • wiederkehrende Schmerzen im unteren Rücken
  • verspannte Nackenbeschwerden und Schulterbeschwerden
  • eingeschränkte Beweglichkeit & einseitige Belastung
  • schnelle Ermüdung im Alltag
  • Skoliose im Erwachsenenalter
  • Unsicherheit bei sportlicher Belastung

Viele Betroffene vermeiden Bewegung aus Angst vor Verschlechterung. Genau hier setzt gezielter Rehasport an.


Warum ist Bewegung bei Skoliose so wichtig?

Die Bewegung fördert bewusst und nachhaltig:
  • Muskuläre Dysbalancen
  • Stabilisationsmuskulatur
  • Haltungskorrektur
  • funktionelle Belastbarkeit

Wie hilft Rehasport bei Skoliose?

Rehasport bei Skoliose verfolgt ein klares Ziel: Stabilität aufbauen, Muskulatur ausgleichen und Bewegungsqualität verbessern. Hier mehr erfahren zu: Was ist Rehasport?
Im Rahmen eines strukturierten Trainings werden gezielt die Muskelgruppen aktiviert, die für eine aufrechte Haltung entscheidend sind. Gleichzeitig werden verkürzte oder überlastete Bereiche mobilisiert. Das Training erfolgt angepasst und kontrolliert, sodass keine Überlastung entsteht.


Durch regelmäßige Teilnahme kann die muskuläre Balance verbessert und die Belastbarkeit der Wirbelsäule gesteigert werden. Ziel ist nicht, die Skoliose „wegzutrainieren“, sondern die funktionelle Stabilität zu erhöhen und Beschwerden zu reduzieren.

Kurz gebündelt: 

Welche Übungen sind bei Skoliose sinnvoll?

Skoliose ist keine statische Fehlhaltung, sondern eine dreidimensionale Veränderung der Wirbelsäule. Deshalb müssen Übungen gezielt und seitenasymmetrisch aufgebaut sein. Allgemeines Rückentraining reicht bei einer strukturellen oder funktionellen Skoliose nicht aus.


Entscheidend ist, dass die Übung der Krümmungsrichtung angepasst wird.

Aktive Gegenspannung bei rechtskonvexer Brustwirbelsäulen-Skoliose


Bei einer rechtskonvexen Skoliose im Bereich der Brustwirbelsäule ist die Wirbelsäule nach rechts gebogen. Der Brustkorb rotiert, die rechte Seite wölbt sich nach außen, während die linke Seite eher einsinkt. Schulter- und Beckenachse verschieben sich häufig asymmetrisch.
Die Übung setzt genau hier an.


In der aktiven Korrekturbewegung wird bewusst das Gegenteil der Fehlstellung angesteuert:
  • Der Thorax wird aktiv nach links herausgedrückt.
  • Die Schultern werden kontrolliert nach rechts verlagert.
  • Die Hüfte wird ebenfalls leicht nach rechts geführt.

Damit entsteht eine bewusste Gegenbewegung zur bestehenden Krümmung. Ziel ist nicht eine erzwungene „Geradehaltung“, sondern eine neuromuskuläre Steuerung gegen die gewohnte Fehlposition.
Diese Übung wird langsam, kontrolliert und mit Atmung kombiniert durchgeführt. Wichtig ist die Wiederholung über einen längeren Zeitraum. Strukturelle Veränderungen im Muskel- und Fasziengewebe benötigen Wochen, nicht Tage.
Empfehlenswert ist eine konsequente Durchführung über:

  • mindestens 4 Wochen
  • besser 6–8 Wochen
  • bei ausgeprägteren Formen auch 10 Wochen oder länger
Nur durch wiederholte Aktivierung lernt das Nervensystem eine neue Haltungskontrolle.

Skoliose-Übung mit Resistance Band – aktive Gegenspannung unter Zug



Eine besonders effektive Übung bei einer rechtskonvexen Brustwirbelsäulen-Skoliose ist die Arbeit mit einem seitlich fixierten Resistance Band.


Dabei wird das Widerstandsband an einem festen Gegenstand befestigt. Der Trainierende schlüpft mit dem Oberkörper in das Band hinein, sodass es seitlich am rechten Brustkorb anliegt – also genau an der konvexen Seite der Skoliose.
Anschließend entfernt man sich vom Befestigungspunkt. Das Band erzeugt nun eine konstante Zugkraft und zieht den Oberkörper von rechts nach links – also in die bestehende Fehlrichtung.
Die Aufgabe besteht nun darin, aktiv gegenzusteuern.
Der Trainierende versucht:
  • den rechten Thoraxbereich bewusst nach rechts zu verlagern
  • die Schulterachse kontrolliert aufzurichten
  • die Hüfte ebenfalls leicht nach rechts zu führen
  • mit beiden Füßen stabil im Boden zu bleiben


Das Ziel ist es, die durch das Band erzeugte „Zwangsbewegung“ aktiv zu überwinden. Die rechtskonvexe Stellung wird dadurch kontrolliert in Richtung einer neutraleren oder sogar linkskonvexen Gegenbewegung geführt.

Isometrisch oder dynamisch – so wird die Übung ausgeführt

Diese Übung kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden.


Isometrisch:

Der Körper hält statisch gegen den Zug des Bandes stand. Hier geht es um Haltekraft, Stabilität und neuromuskuläre Kontrolle.
Dynamisch konzentrisch:
Aus der Zugposition wird aktiv gegen das Band nach rechts gearbeitet.
Dynamisch exzentrisch:
Langsames kontrolliertes Nachgeben gegen den Widerstand bei gleichzeitig gehaltener Spannung.
Durch diese Varianten wird nicht nur Kraft aufgebaut, sondern vor allem die dreidimensionale Haltungskontrolle verbessert.


Warum diese Übung bei Skoliose sinnvoll ist

Skoliose ist eine Kombination aus:

  • seitlicher Abweichung
  • Rotation der Wirbelsäule
  • muskulärer Dysbalance

Das Resistance Band verstärkt die bestehende Fehlstellung durch äußeren Zug. Dadurch wird das Nervensystem gezwungen, aktiv in die Gegenkorrektur zu arbeiten.
Diese Trainingsform:

  • stärkt abgeschwächte Muskelketten
  • verbessert die laterale Stabilität
  • reduziert einseitige Überlastungen
  • schult Körperwahrnehmung und Haltungskontrolle

Gerade bei erwachsenen Patienten ist eine strukturelle Veränderung oft begrenzt möglich – funktionelle Verbesserungen jedoch sehr gut erreichbar.

Wie lange sollten diese Skoliose-Übungen durchgeführt werden?

Haltungsmuster verändern sich nicht in wenigen Tagen.


Eine nachhaltige Verbesserung entsteht durch regelmäßige Wiederholung.
Empfehlung:
  • 2–3 Einheiten pro Woche
  • mindestens 6–10 Wochen
  • progressive Steigerung der Haltezeit oder Bandspannung


Im Rehasport werden diese Übungen individuell angepasst und kontrolliert, sodass die Belastung sinnvoll dosiert wird.


Wie oft ist Rehasport bei Skoliose sinnvoll?

In der Regel umfasst eine ärztliche Verordnung für Rehasport bis zu 50 Einheiten mit einer ärztlichen Verordnung innerhalb von 18 Monaten. Die genaue Frequenz wird individuell festgelegt.
Wichtig ist Kontinuität. Einzelne Einheiten zeigen selten nachhaltige Effekte. Erst durch regelmäßige Wiederholung entstehen stabile Anpassungen in Muskulatur und Haltung.
Bei Bedarf ist eine Verlängerung durch eine Folgeverordnung möglich und kann ärztlich geprüft werden.


Welche Sportarten sind bei Skoliose geeignet?

Neben Rehasport können ergänzend gelenkschonende Aktivitäten sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise moderates Krafttraining unter Anleitung oder Bewegung im Wasser. Entscheidend ist die Qualität der Bewegung – nicht die Intensität.
Stark rotierende oder einseitig belastende Sportarten sollten individuell beurteilt werden. Eine pauschale Aussage ist nicht sinnvoll, da jede Skoliose unterschiedlich ausgeprägt ist.


Rehasport bei Skoliose in Köln

Wer eine ärztliche Verordnung für Rehasport erhalten hat, kann in Köln gezielt an stabilisierenden Übungen teilnehmen. Das Training erfolgt in festen Gruppen unter fachlicher Anleitung und wird individuell angepasst.
Ziel ist es, Sicherheit in der Bewegung zurückzugewinnen, die Muskulatur systematisch aufzubauen und langfristig die Belastbarkeit im Alltag zu verbessern.


Häufige Fragen zu Skoliose

Ist Rehasport bei Skoliose sinnvoll?

Ja, wenn die Übungen gezielt durchgeführt und regelmäßig wiederholt werden. Ziel ist Stabilität und muskulärer Ausgleich.

Kann Skoliose durch Rehasport geheilt werden?

Skoliose als strukturelle Veränderung verschwindet nicht vollständig. Rehasport kann jedoch helfen, Beschwerden zu reduzieren und die Haltung zu stabilisieren.

Wird Rehasport bei Skoliose von der Krankenkasse übernommen?

Mit ärztlicher Verordnung übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel die Kosten.

Kann ich trotz Skoliose Sport treiben?

Ja, Bewegung ist grundsätzlich sinnvoll. Wichtig ist eine angepasste Belastung und saubere Ausführung.


Gerne eine Nachricht zu hinterlassen.



 
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