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X-Beine (Genu valgum) korrigieren: Ursachen & 4 Übungen mit Video

X-Beine (medizinisch: Genu valgum) sind eine Fehlstellung der Beinachse: Die Knie kommen zu nah zusammen, während die Füße eher nach außen ausweichen. Das kann die Belastung im Alltag verändern – beim Gehen, Treppensteigen, Sport oder langem Stehen.
Wichtig: Wenn die Beinachse aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich das nach unten (Sprunggelenk/Fuß) und nach oben (Hüfte/Becken/Rücken) auswirken.
In diesem Beitrag bekommst du:

  • eine verständliche Einordnung der X-Beine,
  • 4 gezielte Übungen (auch mit Widerstandsband) (mit Video + klarer Anleitung),

und zwei Wege, wie du dranbleiben kannst: Rehasport in Köln-Kalk oder Online-Bewegungskurse.



Was sind X-Beine (Genu valgum)?

Bei X-Beinen verläuft die Beinachse nicht „gerade“, sondern das Knie kippt nach innen. Dadurch verschiebt sich die Kraftübertragung über Knie, Sprunggelenk und Hüfte.
Viele Menschen merken lange nur „irgendwie fühlt sich das nicht stabil an“ – bis Beschwerden unter Belastung zunehmen.


Welche Auswirkungen können X-Beine haben?

Der Körper arbeitet als Einheit. Wenn die Beinachse sich verändert, kompensiert der Körper – oft unbewusst.

Sprunggelenk & Fuß

Bei X-Beinen kann der Fuß stärker nach innen wegkippen (Pronation) oder generell instabiler wirken. Das kann zu schneller Ermüdung, Unsicherheit beim Abrollen oder Überlastung im Fuß-/Sprunggelenksbereich führen.

Knie

Das Knie bekommt bei X-Beinen häufig eine ungünstigere Belastung, vor allem bei Treppen, längeren Gehstrecken oder sportlichen Richtungswechseln. Manche spüren Druck/Schmerz vorn oder innen am Knie oder ein „Wegknicken“-Gefühl.

Hüfte, Becken & Rücken

Wenn Knie nach innen arbeiten, verändert sich oft auch die Stellung im Becken. Das kann sich „hochkrabbeln“: Hüfte, Gesäßmuskulatur und unterer Rücken müssen mehr stabilisieren. Bei einigen entstehen so Beschwerden im Becken-/Rückenbereich, obwohl „eigentlich das Knie das Thema ist“.


Was kannst du bei X-Beinen tun?

X-Beine lassen sich nicht „wegdenken“. Entscheidend ist, wie gut du deine Beinachse aktiv steuern kannst.
Ziel ist nicht, mit Gewalt zu drücken – sondern über Kontrolle, Kraft und Koordination wieder mehr Stabilität in Knie/Hüfte/Fuß zu bringen.
Genau dafür sind die Übungen unten gedacht.


Die effektivsten Übungen gegen X-Beine (Video - auch mit Widerstandsband)

Hinweis: Wenn du akute, stechende Schmerzen hast, starke Instabilität spürst oder nach OP/Unfall unsicher bist, lass die Übungen zuerst fachlich abklären.

Übung 1 – Widerstandsband über die Knie: Knie aktiv nach außen führen (X- zu O-Bewegung)

Ziel: Beinachse aktivieren, Außenseite/Abduktoren & Hüftstabilität ansteuern
Du brauchst: ein Widerstandsband

Ausgangsposition
  • Band oberhalb der Knie (um beide Beine)
  • Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt
  • Becken stabil, Oberkörper aufrecht

Ausführung

  • Spannung im Band aufbauen (Band zieht Knie nach innen).
  • Knie kontrolliert nach außen drücken, sodass du aus der X-Tendenz Richtung O-Tendenz arbeitest.
  • Kurz halten (1–2 Sekunden), dann langsam zurück – ohne die Spannung komplett zu verlieren.

Dosierung

  • 2–3 Sätze × 10–15 Wiederholungen
  • 45–60 Sekunden Pause

Häufige Fehler

  • Füße kippen stark nach innen (Fußgewölbe kollabiert)
  • Becken dreht mit oder du weichst mit dem Oberkörper aus
  • Zu schnell, ohne Kontrolle



Übung 2 – Seitenlage: Knie stabil in den Boden drücken, oberes Knie nach außen öffnen

Ziel: seitliche Hüftmuskulatur/Beinachse, Kontrolle in der Seitenlage
Du brauchst: Nichts

Ausgangsposition
  • Seitenlage, Knie angewinkelt
  • Du liegst z. B. auf der rechten Seite
  • Rechtes Knie drückt stabil in den Boden (Kontakt halten)

Ausführung

  • Rechtes Knie bleibt stabil am Boden (nicht wegrollen).
  • Linkes Knie seitlich nach oben/außen öffnen (Abduktion), als würdest du die Knie voneinander wegführen.
  • Langsam zurück in die Ausgangsposition – ohne das rechte Knie zu verlieren.

Dosierung
2–3 Sätze × 10–15 Wiederholungen pro Seite

Häufige Fehler

  • Becken kippt nach hinten, du rollst auf den Rücken
  • Unteres Knie verliert Bodenkontakt
  • Bewegung kommt aus dem Rücken statt aus Hüfte/Kniekontrolle



Übung 3 – Isometrische Abduktion am Pfosten (präzise Beinachsenarbeit)

Ziel: Isolierte Aktivierung des Gluteus medius bei fixierter Tibia
Prinzip: Femur versucht zu abduzieren – Tibia bleibt stabil
Das ist keine große sichtbare Bewegung – das ist Millimeterarbeit.

Ausgangsposition
  • Sitz auf Hocker
  • Rechte Körperseite am Pfosten oder an der Wand

  • Rechtes Knie leicht gebeugt
  • Rechte Hand fixiert den Körper am Pfosten
  • Außenseite des rechten Knies liegt am Pfosten an


Ausführung

  1. Rechtes Knie aktiv gegen den Pfosten drücken.
  2. Gleichzeitig mit der Hand gegenhalten, damit du dich nicht vom Pfosten wegdrückst.
  3. Jetzt versuchst du, den Femur vom Kniegelenk aus nach außen zu führen, während die Tibia durch den Pfosten stabilisiert wird.
  4. Die Bewegung ist minimal – es geht um Spannungsaufbau, nicht um sichtbare Bewegung.
  5. 5–10 Sekunden halten → lösen → neu aufbauen.


Was hier passiert

  • Der Pfosten stabilisiert die Tibia.
  • Der Femur versucht isoliert zu abduzieren.
  • Dadurch entsteht hohe Spannung im Gluteus medius.
  • Diese Spannung trainiert gezielt die Korrektur der Beinachse.


Dosierung
  • 3 Sätze × 5–8 Wiederholungen
  • Jede Wiederholung 5–10 Sekunden Spannung
Warum diese Übung so effektiv ist
Sie zwingt das Knie in eine aktive Außenführung,
ohne dass der Körper über Ausweichbewegungen kompensiert.
Das ist keine „große“ Bewegung.
Das ist neuromuskuläre Präzisionsarbeit.


Übung 4 - X-Beine Masterclass – 3 Progressionsstufen zur Stabilisierung der Beinachse

Diese Masterclass-Übung zur Korrektur von X-Beinen (Genu valgum) geht über einfache Bandübungen hinaus.
Sie kombiniert seitliche Hüftstabilisierung, aktive Abduktion und rotatorische Kontrolle in drei aufeinander aufbauenden Stufen.
Gerade bei X-Beinen ist nicht nur das Knie entscheidend, sondern die gesamte Beinachse – vom Fuß über das Knie bis zur Hüfte und zum unteren Rücken.
In dieser Übung trainierst du gezielt:
  • Gluteus medius (seitliche Hüftmuskulatur)
  • tiefe Hüftrotatoren (z. B. Piriformis)
  • Iliopsoas
  • Rumpfstabilisatoren wie die Multifidi
Je höher die Progressionsstufe, desto mehr arbeitet die Hüfte aktiv gegen das nach innen kippende Knie.
🧠 Aufbau der 3 Stufen

🔹 Level 1 – Basisstabilisierung im Sitz
  • Sitz auf Stuhl oder Brett
  • Widerstandsband um die Knie
  • Knie aktiv nach außen drücken
  • Fokus: saubere Beinachsenkontrolle
Diese Stufe eignet sich für Einsteiger oder bei instabilen Knien.

🔹 Level 2 – Teilentlastung des Gesäßes
  • Gesäß leicht vom Sitz lösen
  • Mehr Aktivierung aus Hüftgelenk und Sitzhöckern
  • Rotation und Stabilisierung steigen
Hier beginnt die Integration von Hüfte und unterem Rücken.

🔹 Level 3 – Masterclass-Variante (volle Aktivierung)
  • Gesäß vollständig angehoben
  • Abstützen auf den Händen
  • Knie aktiv nach außen
  • Mehr Rotation aus Hüfte
  • Maximale Aktivierung der seitlichen Stabilisierungskette
Diese Variante fordert nicht nur Menschen mit X-Beinen – auch Personen ohne sichtbare Fehlstellung erkennen hier häufig Schwächen in der Hüftstabilität.



Einige wenige Übungen mehr findest du in unserem YouTune Kanal in unserer X-Beine Playlist

Wenn du das ganze Programm zur sicheren Korrektur deiner X-Beine haben möchtest, trage dich unten in das Formular ein.

Wann sind Übungen alleine nicht genug?

Wenn:
  • Schmerzen trotz Training bleiben
  • Instabilität stark ausgeprägt ist
  • weitere Beschwerden (Hüfte/Rücken) bestehen
Dann ist strukturiertes Training sinnvoll.


Dranbleiben bringt mehr als „perfekt“ – mach die Übungen regelmäßig

Wenn du dir eine Sache mitnimmst: Regelmäßigkeit schlägt Intensität.
Lieber 3× pro Woche 8 Minuten sauber, als einmal „zu viel“ und dann wieder gar nicht.


Rehasport in Köln-Kalk – gemeinsam stabiler werden

Wir begleiten Menschen mit X-Beinen und vielen weiteren Beschwerden seit Jahren – über 10.000 Teilnehmer haben bereits bei uns trainiert.
Im Rehasport in Köln-Kalk arbeiten wir in Gruppengymnastik an:
  • Stabilität, Koordination und Kraft
  • schmerzärmerer Bewegung im Alltag
  • besserer Körperwahrnehmung und sicherem Gangbild

➡️ Mehr Infos: Was ist Rehasport? 
➡️ Rehasport wird in vielen Fällen von der Krankenkasse unterstützt – Details dazu findest du unter: Krankenkassenleistungen
➡️ Rehasport findet als Gruppengymnastik statt: Gruppengymnastik

Wenn du aus Köln kommst: Schreib uns an, dann melden wir uns zeitnah und sagen dir, wie dein Startweg aussieht. 
👉 Kontakt


Nicht aus Köln? Dann mach mit bei unseren Online-Bewegungskursen

Wenn du nicht in Köln bist, kannst du uns in unseren Online-Bewegungskursen treffen.
Dort trainieren wir gemeinsam – strukturiert, verständlich und mit Fokus auf nachhaltige Umsetzung.
➡️ Hier geht’s zu Online-Bewegung


Häufige Fragen zu X-Beinen

Kann man X-Beine „wegtrainieren“?

Oft kann man die Beinachse deutlich verbessern, wenn der Hauptanteil muskulär/koordinationell ist. Bei stark strukturellen/knochigen Faktoren sind Veränderungen begrenzter – aber Stabilität und Beschwerden lassen sich trotzdem häufig verbessern.

Wie schnell merke ich etwas?

Viele spüren nach 2–4 Wochen mehr Stabilität, wenn sie regelmäßig üben. Sichtbare Veränderungen brauchen meist länger – entscheidend ist die Konstanz.


Hinterlasse uns doch eine Nachricht zu deinem Anliegen. Wir lesen sie gerne und melden uns zeitnah.


 
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